Induktions-Milchaufschäumer: der Tchibo Cafissimo

 

Über 160 Liter Kaffee trinkt laut Studien jeder Bundesbürger pro Jahr…

…neben dem feinen, klassischen Filterkaffee liegen Köstlichkeiten wie Cappuccino oder Latte Macchiato absolut im Trend – nicht nur unterwegs im Café, sondern auch bei der Zubereitung zu Hause. Dafür muss natürlich auch der perfekte Milchschaum her! Die möglichen Varianten, diesen herzustellen, sind vielfältig: vom manuellen Aufschäumer mit Griff und Sieb, über den kleinen Quirl oder die Heissluftdüse am Vollautomat bis hin zum modernsten Induktions-Milchaufschäumer…

…genau für Letzteren hat sich die Praxistest Online Redaktion ganz besonders interessiert: wie funktioniert er, wie wird der Schaum, ist dieses Gerät sein Geld Wert? Wir haben uns deshalb für unseren neuesten Test den Cafissimo Induktions-Milchaufschäumer von Tchibo vorgeknöpft.

Klar, mit 59,95 Euro gehört er eher zu den Geräten der höheren Preisklasse – allerdings absolut berechtigt, was gleich der nachfolgende Test zeigen wird. Nur soviel vorweg: das Teil kann mehr als einfach nur heisse Milch zu Schaum verwandeln. Und wer sich wundert, warum in unserer Testurteilsgrafik zwar ein Negativpunkt angeführt ist, das Gerät aber dennoch volle Sternanzahl bekommen hat: auch das klären wir im nachfolgenden Artikel ausführlich.

 

Lieferumfang und Äußeres

Das Gerät besteht im Prinzip aus vier Hauptkomponenten: der Basis, dem Kännchen bzw. Rührbehälter, dem Deckel sowie zwei verschiedenen magnetischen Rühr-Einsätzen – einer für wenig (glatter Einsatz) und einer für viel Milchschaum (gerippter Einsatz). Natürlich wird auch eine ausführliche Bedienungsanleitung mitgeliefert: ein Hochglanzbüchlein, das in insgesamt neun verschiedenen Sprachen verfasst und sehr verständlich, benutzerfreundlich und übersichtlich gestaltet ist.

Die Verarbeitung aller Elemente macht wie erwartet einen sehr hochwertigen und stabilen Eindruck. Auch passt alles gut zusammen, nichts wackelt oder hat zuviel Luft: der Deckel mit der Gummidichtung schließt auf dem Kännchen perfekt ab, die Aussparung in der Basis, in die das Kännchen eingesetzt wird, ist absolut passend. Die magnetischen Rühreinsätze lassen sich problemlos auf die Nase im Kännchen aufsetzen und trotz Magnetismus auch leicht wieder herausnehmen.

Und: man muss sich glücklicherweise keine Gedanken machen, wo man diese Rühreinsätze bei Nichtbenutzung lagert, denn auf der Rückseite des Geräts sind extra Halterungen angebracht, auf die sich die Ringe aufsetzen lassen.

Das einzige Bedienelement – der runde Schalter, der von einer Funktionskontrollleuchte umringt ist – befindet sich auf der Vorderseite der Basis im unteren Bereich. So einfach und übersichtlich das gesamte Gerät aufgebaut ist, so kinderleicht lässt sich der Induktionsmilchaufschäumer auch bedienen:

 

Funktionen und Bedienung

Vorweg noch schnell die Erklärung: der Clou bei Induktionstechnik besteht darin, dass ein Magnetfeld im Inneren des Gerätes Energie erzeugt, die sich auf den Boden des Kännchens überträgt und dort in Wärme umgewandelt wird. Somit wird es nicht mehr nötig, Rühraufsätze durch Öffnungen im Kännchenboden anzubringen. Diese sind zwar in der Regel gut abgedichtet, können an kaum zu erreichenden Stellen und feinsten Ritzen aber auch leicht verschmutzen und verkrusten.

Zudem sorgt das Induktionsprinzip auch für schnellere Erhitzung und somit weniger Wartezeit. Denn der Aufschäumvorgang ist dann beendet, wenn die Milch eine Temperatur von 60 bis 70 Grad erreicht hat. Somit erklärt sich natürlich auch die unterschiedliche Dauer je nach aufzuschäumender Milchmenge. Und damit kurz zum Fassungsvermögen: für echten bzw. viel Milchschaum nimmt man den gerippten Einsatz und kann laut Hersteller maximal 260 Milliliter einfüllen (bei unserem Test waren es bis zur Markierung fast 290 ml), beim reinen Erhitzen der Milch mit nur wenig Schaumbildung (glatter Einsatz) sind bis zu 500 Milliliter Einfüllmenge möglich. Im Kännchen gibt es übrigens für beide maximalen Füllhöhen extra Markierungen.

Ist die entsprechende Menge an Milch eingefüllt, das Kännchen auf die Basis gestellt und der Deckel angebracht, kann es auch schon losgehen: mit einem Druck auf den Schalter wird das Gerät erstmal in den Betriebszustand versetzt (jetzt blinkt die Funktionsleuchte rot – nach drei Minuten Inaktivität schaltet sich das Gerät wieder aus). Nun trifft man die Entscheidung, ob man warm oder kalt aufschäumen möchte. Ein kurzer Druck ist für warmes Aufschäumen (Funktionsleuchte leuchtet dauerhaft rot), hält man den Schalter 2 Sekunden lang gedrückt, erfolgt die Kaltaufschäumung (Leuchte leuchtet dauerhaft blau).

Während des Aufschäumens summt das Gerät leicht, dies ist aber nur leise und nicht unangenehm. Wie oben erwähnt variieren die Aufschäumzeiten je nach Menge der eingefüllten Milch. In unserem Vergleichstest (siehe Grafik unten) haben wir die maximal mögliche Menge an Milch verwendet – beim Heissaufschäumen betrug die Dauer rund zweieinhalb Minuten, beim Kaltaufschäumen exakt eine Minute. Am Ende des Vorgangs erklingen vier Signaltöne, nun kann man das Kännchen aus der Basis herausnehmen und den Milchschaum in die Tasse/n geben.

 

Das Ergebnis im Vergleichstest

Wie der Schaum am Ende tatsächlich wird (Menge und Qualität), hängt – bei jeglichen Milchaufschäumern – von vielen verschiedenen Faktoren ab: Fettgehalt der Milch; frische oder haltbare Milch; Eingangstemperatur der Milch; Füllmenge im Aufschäumer; sogar die gewählte Milchmarke kann Einfluss nehmen auf das Endergebnis.

Um ein bestmögliches Vergleichsergebnis liefern zu können, haben wir die zwei gängigsten Milchsorten getestet: ultrahocherhitzte Vollmilch aus dem Tetrapack in den Varianten 3,5% und 1,5% Fettgehalt. Beide Tetrapacks wurden, wie es zu Hause gängig ist, vorab im Kühlschrank gelagert. Beide Sorten haben wir sowohl warm, als auch kalt aufschäumen lassen. Wie oben erwähnt haben wir die größtmögliche Füllmenge verwendet – nur am Ende haben wir einen „Portionstest“ gemacht, bei dem nur soviel Milch verwendet wurde, wie es für einen großen Cappuccino oder Latte Macchiato nötig ist. Bei unserem Test wurde ausschließlich der gerippte Rühreinsatz für viel Milchschaum benutzt.

Gemessen und in der Grafik angegeben wurde sowohl das Gesamtvolumen, als auch das Schaum-Restmilch-Verhältnis. Zur besseren Erkennbarkeit haben wir ins Glas jeweils ein paar Tropfen Kaffee eingefüllt, der die Grenze zwischen Schaum und Milch sichtbar macht.

Warmaufschäumen:
Während der Hersteller laut Bedienungsanleitung die besten Ergebnisse mit 1,5% Fettgehalt gemacht hat, sind wir wie oben ersichtlich mit der 3,5%igen Milch besser gefahren: bei beiden Milchsorten blieben von ursprünglich 290 ml Milch rund 200 ml übrig, die nicht aufgeschäumt waren. Allerdings brachte es die 3,5%ige Milch auf insgesamt 400 ml Milchschaum, die fettarme Milch brachte hier 50 ml weniger Schaum ins Glas.

Kaltaufschäumen:
Beim kalten Milchschaum blieb noch ein Tick mehr ungeschäumte Restmilch übrig – bei der 3,5%igen hielt sich das Verhältnis in der Waage, bei der fettarmen Milch überwog hier sogar die ungeschäumte Restmilch.

Warum dies keinen Minuspunkt gibt?
Wie ganz oben angekündigt folgt hier unsere Erklärung, die aus eigentlich gleich zwei Gründen besteht:

1) wer ausschließlich Cappuccino trinkt, für den ist das Restmilchvolumen tatsächlich etwas arg hoch, da zur Cappu-Zubereitung eigentlich fast nur Schaum benötigt wird. Ginge es um einen reinen Aufschäumer nur für Cappuccino, würden wir hier einen Stern abziehen. Würden. Jedoch gibt es auch genug Liebhaber von Latte Macchiato. Für diesen ist das Schaum-Milch-Verhältnis bei diesem Induktionsaufschäumer absolut perfekt und wünschenswert.

2) diese Verhältnisse entstanden bei der maximalen Befüllung (fast 290 ml). Meistens bereitet man sich aber doch nur eine Tasse Cappuccino gleichzeitig zu (wenn der/die beste Freund/in zum Kaffeeklatsch kommt vielleicht auch zwei). Man braucht also von vornherein viel weniger Milch.

Dies haben wir in unserem letzten „Portionstest“ ausprobiert: 100 ml 3,5%ige Milch warm mit dem gerippten Einsatz aufgeschäumt – und das Endergebnis war uneingeschränkt perfekt! Somit haben wir uns einvernehmlich entschlossen, die etwas größere Menge an Restmilch zwar zu erwähnen, sie aber nicht auf die vergebene Sternanzahl Einfluss nehmen zu lassen.

Sehr gerne hätten wir natürlich diesen Induktionsaufschäumer im Bezug auf das Schaum-Milch-Verhältnis noch mit dem „normalen“ elektrischen Milchaufschäumer der Cafissimo-Serie verglichen – vielleicht können wir dies ja noch bei Zeiten nachliefern.

Grundsätzlich war bei allen Versuchen die Konsistenz des Milchschaumes hervorragend: schön fest aber cremig, sehr angenehm zu trinken. Also auch hierfür von uns die Bestnote für dieses Gerät!

Superpraktisch natürlich auch, dass alle drei Elemente (Kännchen, Einsätze und Deckel) spülmaschinengeeignet sind. Gespritzt hat es bei unseren Tests kein einziges Mal, so dass der Arbeitsbereich rund um das Gerät – inklusive der Basis – komplett sauber blieb.

 

Das Praxistest Online Fazit:

Absolute Kaufempfehlung! Wer sich und seinen Besuchern etwas wirklich leckeres in verschiedenen Variationen bieten will, macht mit dem Kauf des Tchibo Cafissimo definitiv nichts falsch. Das Gerät ist im Vergleich – auch zu billigen Produkten – wirklich jeden einzelnen Cent Wert, sei es für Cappu, Latte oder einfach nur warme Milch (z.Bsp. für Kakao).

Abschließend hier nochmal der Link zur Produktseite des Herstellers:
Tchibo Cafissimo Induktionsmilchaufschäumer

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.